Archiv für die Kategorie „Medien“
::: In diesem Verein, da läuft was schief oder auch Klaus muss raus! :::
In den vergangenen Tagen war unser geliebter SV Babelsberg 03 einmal mehr Spielwiese der Lokalmedien. Gründe gab es derlei viele. Im Fokus stand dabei einmal mehr die Person, die uns schon öfter nicht unbedingt Freude bereitete – der Geschäftsführer. Da wird dieser Typ, welcher bis jetzt nicht gerade durch überzeugende Ergebnisse in seinem Kerngeschäft aufgefallen ist, gerade als Belohnung in den Vorstand berufen und benimmt sich immer noch wie ein Elefant im Porzellanladen.
Es wird einmal mehr kein Fettnäpfchen ausgelassen, die Krönung aller Peinlichkeiten sind die aktuell von ihm als Privatperson ausgesprochenen Anzeigen gegen verdiente Fans und Vereinsmitglieder wegen angeblicher Verleumdung im unabhängigen Fanforum des SV Babelsberg 03. Wo gibt es denn so etwas, dass ein leitender Angestellter eines Vereins, ohne Wissen des Vorstands und des Aufsichtsrates einzelne Mitglieder anzeigt? Ist es gekränkte Eitelkeit oder eventuell doch einfach nur Dummheit?
Eigentlich kann es nur Dummheit sein, mitten im existentiellen Abstiegskampf noch einen weiteren Nebenkriegsschauplatz aufzumachen. Als ob wir nicht genug anderer Probleme haben. Oder dient dieses kopflose Manöver einmal mehr dem Kaschieren der eigenen Unfähigkeit?
Leider ist dies nur die Spitze des Eisbergs an Verfehlungen, wobei eigentlich kann man hier nicht mehr nur von Verfehlungen sprechen, sondern einige Aktionen sind klar vereinsschädigendes Verhalten. Hinzu kommt, dass hier eine weitere Eskalationsstufe im Umgang mit den treuen und leidenschaftlichen Fans dieses Vereins erreicht wurde – und das völlig unnötigerweise!
Wie kein anderer Verein haben wir es in den letzten Monaten geschafft, mehr negative Presse als positive zu produzieren. Öffentliche Streitereien mit Turbine gehören ja fast schon zum Tagesgeschäft. Leider schafft es der Geschäftsführer, obwohl die Sachlage eigentlich klar ist, unseren Verein immer wieder in einem schlechten Licht da stehen zu lassen. Als aktuelle Beispiele seien hier die Abrechnung um die Flutlichtreparatur sowie das Sperren des Platzes letztes Wochenende genannt.
Dazu kommen Äußerungen, welche an einer fachlichen Eignung als Sportvorstand und Geschäftsführer zweifeln lassen, wie z.B. dass er eine Lizenz für die Regionalliga beim Fußballlandesverband Brandenburg beantragen will und die Auflagen dort nicht so hoch sind. Jeder halbwegs Fußballinteressierte weiß, dass nach der letzten Reform keine Lizenz mehr nötig ist, sondern „nur“ noch eine Sicherheitsleistung.
Diese ganzen fachlichen Verfehlungen zeigen allerdings noch nicht einmal das Kernproblem zwischen Herrn Brüggemann und seinem Arbeitsplatz und Umfeld auf. Seine fortwährend großmännische protzige Art passt einfach nicht nach Babelsberg und zu Nulldrei.
Auch ist interessant, dass der Geschäftsführer nächstes Jahr den Spieleretat erhöhen möchte. Mit welchem Geld eigentlich? Oder haben wir es nur noch nicht mitbekommen, dass wir in der laufenden Saison unsern Etat selber decken können?
Auch wird das immer vor wichtigen Ereignissen (Mitgliederversammlung etc.) wiederkehrende Gefasel von einem potentiellen Hauptsponsor langsam unglaubwürdig. Zumal er vor kurzer Zeit noch verkündet hat, keine Wasserstandmeldungen mehr abzugeben.
Aber das passt alles ins Bild, welches Herr Brüggemann bisher in seiner Amtszeit hier abgegeben hat.
Wir haben immer noch keinen Hauptsponsor und hängen am Tropf der DKB, obwohl wir uns einen angeblichen Spitzenmanager und eine (nichtsnutzige) Marketingagentur leisten.
Auch den kompletten sportlichen Umbruch innerhalb der ersten Mannschaft hat er aktiv vorangetrieben. Natürlich kann er nichts dafür, dass unsere Spieler das Tor nicht treffen und sich auf dem Platz undiszipliniert verhalten. Allerdings ist er sowohl an der Auswahl des Trainers, als auch der Spieler beteiligt gewesen. Eine gewisse Mitschuld an der sportlichen Lage ist also nicht von der Hand zu weisen. Zudem hat er sich von selbst vom designierten wirtschaftlich-finanziellen Sanierer und Sponsorensucher zum Sportdirektor unseres Vereins gemausert. Niemand scheint ihn daran zu hindern, dass er sich seine Welt so macht, wie es ihm gefällt.
Dass dieser Umbruch von markigen Sprüchen seinerseits begleitet wurde, versteht sich von selbst. Ohne jetzt alte Kamellen wieder aufzuwärmen, von einer Orientierung Richtung zweiter Liga, einem Klassenerhalt vor April und attraktiven Fußball war die Rede. Auch, dass richtige Kracher verpflichtet werden würden, wurde öfter erwähnt. Alles nur heiße Luft, ohne jetzt aber die einzelnen Qualitäten unserer Spieler abzuwerten. Allerdings hätte sich mancher Fan sicherlich gewünscht, anstatt 3 Perspektivspielern in der Winterpause, einen gestandenen Spieler zu verpflichten.
Ausdrücklich wollen wir unserem Team aber auch noch einmal für den schweren Weg in Richtung Klassenerhalt kräftig die Daumen drücken und sie auf dem Platz lautstark nach vorn peitschen. Die ganzen Auseinandersetzungen, welche sie in der Zeit bei Nulldrei begleiten, sind sicherlich nicht einfach. Unsere Unterstützung sei ihnen deshalb zugesichert.
Dennoch fordern wir Vorstand und Aufsichtsrat auf, nun endlich die Reißleine und somit längst überfällige Konsequenzen zu ziehen. Das Maß ist übervoll! Wir haben keine Lust mehr, Klaus Brüggemann noch länger in diesen, den unseren Verein, ertragen zu müssen!
Wir bitten daher alle Fans darum, aufzustehen, sich gegen diesen Geschäftsführer zu erheben und unsere Forderung nach dessen sofortige Freistellung zu unterstützen – im Stadion, im Netz und vor allem auf der Mitgliederversammlung am 12.03.2013.
Engagierte Fans
Babelsberg, 28.02.2013
::: Ohne Stimme, keine Stimmung? :::
Unter diesem Motto laufen gerade in den oberen Ligen des DFB und der DFL Proteste gegen das mehr als kritikwürdige Konzept „Sicheres Stadionerlebnis“. Dieser Protest wird bis zum 12.12.2012 durchgeführt. An diesem Tag soll das Konzept von den 36 Profivereinen des DFL beschlossen werden. Diese Proteste äußern sich zum Einen in Choreografien und Spruchbändern und zum Anderen in einem Stimmungsverzicht innerhalb der ersten 12:12 Minuten jedes Spiels.
Beginn dieses Protestes war am letzten Spieltag und auch verschiedene Vereine aus der dritten und vierten Liga, welche ja nicht zur DFL gehören, demzufolge noch(!) nicht betroffen sind, beteiligen sich daran. So wie Preußen Münster letzte Woche bei uns im KarLi.
Infolgedessen kam auch bei uns die Nachfrage, warum sich das Filmstadt Inferno nicht an diesem breiten Protest beteiligt. Dies möchten wir heute erklären:
Natürlich finden wir einen Protest auf breiter Ebene gegen diese polemische Stimmungsmache von Politik, Polizei, DFB, DFL und Vereinsbossen sinnvoll. Ob allerdings ein Stimmungsboykott über 12:12 Minuten ein ausreichendes Zeichen ist, bezweifeln wir. Wenn dann sollte über 90 Minuten geschwiegen werden. Weiterhin sehen wir uns außerstande mit Gruppen und Kurven, welche unsere Ideale und Einstellung nicht teilen, an einen Tisch zu setzen. Das haben wir bis jetzt auch bei anderen Bündnissen (z.B. Pro Fans, Pyrotechnik ist kein Verbrechen etc.), in welchen sich sogenannte unpolitische oder auch rechtsoffene Szenen organisieren, so gehandhabt.
Wir engagieren uns, wenn dann, lieber in Bündnissen, in welchen wir unsere Vorstellungen von Fankultur, wiederfinden. Stellvertretend seien hier das Alerta Network und das Bündnis aktiver Fußballfans (BAFF) genannt.
Auch finden wir es mehr als zweifelhaft wenn sich am aktuellen 12:12 Protest Gruppen beteiligen, welche sonst aktiv Gewalt ausüben oder auch durch andere Aktionen, die an einem guten Verstand zweifeln lassen, selbst an dieser Spirale drehen. Nicht das wir uns falsch verstehen, natürlich ist eine kontrollierte Pyroshow keine Randale und auch nicht jede doofe Aktion (Becherwürfe etc.) sind Ausschreitungen. Leider wird mittlerweile in der Öffentlichkeit, natürlich auch dank der Medien, zwischen wirklichen Gewaltdelikten und essentiellen Bestandteilen der Fankultur, nicht mehr unterschieden. Daran sind viele Szenen allerdings auch nicht unschuldig, denn wenn die verschiedenen Gruppen, es an mangelnder Selbstreflektion vermissen lassen, die Aktionen immer dämlicher werden, dann brauch mensch sich über Reaktionen nicht wundern. Dass diese dann bei solch greisen Verbänden, wie dem DFB, Institutionen wie der Polizei und Politikern nicht anders zu erwarten, über das Ziel weit hinausschießen, sollte niemensch verwundern.
Ein weiterer Punkt, warum wir uns aktuell (noch) nicht an den Protesten beteiligen, ist, dass dieses Konzept bis jetzt nur für die ersten beiden Ligen gilt. Natürlich wird der DFB irgendwann nachziehen, aber ein konkretes Papier liegt dafür noch nicht vor. Daher haben wir auf der Mitgliederversammlung auch den Vorstand beauftragt, sich im Vorfeld der Unterzeichnung eines solchen Konzeptes mit dem Fanbeirat zu beraten. Dieses ist auch schon zum ersten Mal erfolgt. Bleibt zu hoffen, dass dies auch weiterhin geschieht und schlussendlich zu einem akzeptablen Ergebnis führt.
Natürlich behalten wir uns trotzdem vor, bei den nächsten beiden Spielen eine eigene Aktion durchzuführen, welche sich mit der Problematik beschäftigt.
Filmstadt Inferno 99 im November 2012
::: Stellungnahme… :::
Stellungnahme vom FI99 zum Text: „Am Fusse des Babelsberges“ von Ultras Babelsberg
Mit diesen Zeilen wollen wir vom Filmstadt Inferno ´99 kurz auf den Text der „Ultras Babelsberg (UB)“ im Blickfang Ultrà Nr. 23 eingehen. Als bekannt wurde, dass diese Gruppe die Spaltung der Babelsberger Fanszene der deutschsprachigen Ultrà-Öffentlichkeit präsentieren würde, war bereits klar, welcher Art der Text sein würde. Die Erwartungen wurden nicht enttäuscht.
Jeder Person, die ansatzweise die Konflikte, Entwicklungen und deren Konsequenzen in der Babelsberger Fanszene miterleben und beobachten konnte, dürfte klar sein, welche beschämende Intention hinter dieser (überregionalen) Veröffentlichung steckt und welche haarsträubende Realitätsverfälschung hier betrieben wurde.
Aus diesem Grund verzichten wir auch ganz bewusst darauf, auf einzelne Punkte in diesem Text einzugehen. Einerseits würde es aufgrund der Vielzahl an Fehlern, Lügen und Auslassungen den Rahmen eines solchen Textes sprengen und anderseits wollen wir uns nicht wiederholt auf eine so sinnlose und absurde Diskussion einlassen. Denn die Mehrheit der Babelsberger Fanszene kennt die Entwicklungen, die zu der heutigen Situation geführt haben.
Interessanter sind da vielmehr die Fragen, was mit dieser Veröffentlichung bezweckt wird. Geht es darum, den eigenen „Neuanfang“ im neuen Block auch dahingehend umzusetzen, indem sich größtenteils eine eigene Sicht auf die Dinge konstruiert wird? Erhofft sich UB dadurch, dass neue Ostblock-Fans oder solche, welche die letzten Jahre nicht miterlebt haben, diese „Geschichte“ glauben werden? Sind das die finale Abrechnung mit der bösen Vergangenheit und der Grundstein für den neuen, den guten Weg? Es schließen sich weitere Fragen an:
Ist es in den Augen aller UB- Mitglieder die Wahrheit und nichts als die Wahrheit? Oder ist dies doch „bloß“ die Abrechnung einzelner verbitterter Leute? Warum wird bewusst die eigene Sicht so hetzerisch und reißerisch dargelegt?
Es ist erstaunlich, dass derselbe Personenkreis, der einen Schwerpunkt der Aktivitäten auf die lobenswerte, akribische und seriöse Geschichtsaufarbeitung (gemeint ist die AG „Gedenken-Mahnen-Erinnern“) legt, nun ein mustergültiges Exempel einer „Geschichtsfälschung“ abliefert.
Doch wenn die Intention dieses Textes darauf zielt, hier in Babelsberg die „böse“ Vergangenheit abzuschütteln und allen zukünftigen Ostblock-Fans die Grundlage für eine „gute“ Identität zu liefern, warum dann der Schritt an die große Öffentlichkeit?
Wird aus Mangel an positiven Aspekten händeringend versucht, die Reputation bei der anonymen, deutschsprachigen Ultrà- Öffentlichkeit aufzuwerten, die von den tatsächlichen Geschehnissen zu weit entfernt ist? Bezweckt die durchgängige Diffamierung des FI99 und der Nordkurve alleine die Befriedigung der eigenen Aufmerksamkeitsdefizite und Geltungssucht?
Soll mit diesem Text von eigenen, den Ostblock betreffenden Problemen und Widersprüchen abgelenkt werden, indem der Finger auf andere gerichtet wird?
Trotz des eigentlich traurigen und peinlichen Anlasses bestärkt uns diese Demaskierung ein weiteres Mal in dem Wissen, dass diese Spaltung eine Notwendigkeit war und ist. Außerdem geben wir die Hoffnung nicht auf, dass es auch in Zukunft in der gesamten Fanszene – im Ostblock und der Nordkurve – genug mündige Menschen gibt, die sich ihre eigene Meinung bilden können und nicht darauf angewiesen sind, sich eine Geschichte indoktrinieren zu lassen.
Für eine freie Kurve!
::: Zur Information der Babelsberger Fangemeinde :::
Der Fanbeirat möchte euch über den aktuellen Stand der geplanten Kartenvergabe zum Heimspiel gegen Dynamo Dresden informieren.
Heute fand ein spontanes Gespräch zwischen dem Fanbeirat und der Geschäftsführung statt. Hintergrund war eine Konversation am vergangenen Donnerstag zwischen Ralf Hechel und einer Vertreterin des Fanbeirats. Dies gab uns den Anlass, kurzfristig in der Geschäftsstellte ein Gespräch mit dem Geschäftsführer des SV Babelsberg 03 zu suchen. Ebenfalls anwesend war auf Bitten des Fanbeirats der Fanbeauftragte des Vereins, Jens Lüscher.
Am Donnerstag wurde geäußert, dass die geplante Choreografie im K-Block nicht stattfinden könnte, da eine große Zuschauerzahl erwartet wird. Zudem ist ein Bannerverbot geplant, um die potenziellen Sichtbehinderungen einzudämmen. Beiläufig erwähnte Ralf Hechel ohne Nachfrage, dass die BesucherInnen des C-Blocks an diesem Tag sowieso nicht, wie gewohnt, dort stehen könnten.
Genau diese Aussagen bewogen uns, im Anschluss an das heutige Spiel, den Geschäftsführer persönlich zu kontaktieren.
In diesem Gespräch wurde uns der Vorstandsbeschluss vom Mittwoch mitgeteilt, dass, wenn notwendig, die Karten des B2- und des C-Blocks aufgrund der wohl möglich großen Nachfrage aus Dresden an deren Fans verkauft werden. Im Vorfeld zu dieser Vorgehensweise fand ein Treffen mit dem Verein und der Einsatzleitung der Polizei statt (wovon in keinerlei Hinsicht FanvertreterInnen hinzugezogen wurden), worin diese Festlegungen getroffen bzw. empfohlen wurden. Im Konkreten geht die Polizei davon aus, dass 5.000 Fans aus Dresden erwartet werden und diese im Stadion untergebracht werden sollen. Daran hat auch die Vereinsführung aufgrund der wirtschaftlichen Situation (finanzielle Misslage) ein reges Interesse.
Demzufolge sieht der Vorstandsbeschluss vor, dass der Vorverkauf der Blöcke C und B2 gegenwärtig in Babelsberg nicht stattfinden soll. Dynamo Dresden soll hingegen zunächst Karten für die Blöcke E und D erhalten und bei starker Nachfrage die Tickets für die Nordkurve und die Gegengerade bis zum Trennungszaun Mittellinie verkaufen dürfen.
Laut Aussagen des Geschäftsführers sollen die Stehplatzfans aus den betreffenden Bereichen auf die Blöcke B1, A und K ausweichen. DauerkartenbesitzerInnen mit freier Platzwahl in den Blöcken A, B und C werden sich wohl ebenso in diesen Blöcken einfinden müssen.
Der Geschäftsführer wies auf die entsprechenden Kapazitäten der Blöcke hin und die Mehreinnahmen, die eine Vielzahl an Gästefans mit sich bringen würden. Konkret nannte er Mehreinnahmen in Höhe von ca. 15.000 € bei ca. 2.000 zusätzlichen Gästen in den eigentlichen Heimblöcken (die sonst nicht im Stadion untergebracht werden könnten). Dies heißt im Umkehrschluss, dass der Vereinsvorstand einerseits davon ausgeht, dass trotz des derzeitigen sportlichen Misserfolges Dresdens 5.000 Fans kommen und andererseits die Annahme trifft, dass die Heimblöcke bei der gegenwärtigen Sonnenlage unseres Teams nicht mit Babelsberg-Fans gefüllt werden könnten.
Natürlich äußerte der Fanbeirat in vielseitiger Hinsicht seine Kritik – seien es die fehlende Sensibilität gegenüber der Babelsberger Fanszene, die unkalkulierten Folgekosten, die fragwürdige Darstellung der Wichtigkeit dieses Vorhabens aus wirtschaftlicher Sicht, als auch dem Respekt gegenüber der Mannschaft und der Fangemeinde, wenn man das Heimspiel an Dresden verkauft – und wird diesbezüglich in einem offenen Brief an die Vereinsführung seine Missgunst darlegen, da alles bisher geschriebene nur zur Darstellung der Sachlage dienen soll.
Wir hoffen auf dem Weg der Veröffentlichung, die normalerweise erst eine Woche vor dem Spiel erfolgen sollte, durch unsere konstruktive Kritik die Vereinsführung zu einem Umdenken zu bewegen. Dafür benötigen wir allerdings auch eure Hilfe.
Euer Fanbeirat (09.04.2011)
::: Alle in den K-Block?? Nein, leider nicht alle! :::
Das FI99 zu der Entscheidung in der Nordkurve zu bleiben:
Am vergangenen Donnerstag fand aus der Sicht des FI99 das letzte K-Block-Zukunftstreffen statt. Die Diskussion um einen Umzug des Stimmungskerns auf die neue Hintertortribüne beschäftigt die Szene schon eine ganze Weile. Wir sind uns auch bewusst, dass wir als Gruppe die Auseinandersetzung und Diskussion zu spät forciert haben. Und das hat auch Gründe: Sowohl ein Umzug in den K-Block, als auch ein Verbleib in der Nordkurve bringt für uns als Gruppe, als auch für die gesamte Szene schwer kalkulierbare Vor- und Nachteile mit sich. Das bedeutet, dass ein Neuanfang – so schön einfach das auch klingen mag – ein schwieriges Unterfangen ist. Aber machbar, wenn es eine geschlossene und aufrichtige Ultra-Szene geben würde, welche die Vergangenheit und die Ursachen für die kränkelnde Ultra-Bewegung nicht ignoriert.
Der Stein des Anstoßes ist der Umgang mit der Gruppe SE. Den meisten Fans dürfte bekannt sein, dass SE in den vergangenen Jahren häufig für Gesprächsstoff sorgte – zumeist jedoch in negativer Hinsicht. Eine kurze Zusammenfassung: Die Palette der Ausfälle reicht vom schlichtem Rumgeprolle und Hooliganismus, über sexistische Männertagsmobs, homophobe Beleidigungen, Bedrohungen und Anfeindungen bis hin zu Kategorie C Musik auf Auswärtsfahrten etc.. Dieser neue Lifestyle hatte einen organisierten Charakter und bildete einen bewussten Gegenpart zu den Ultras und der restlichen Fanszene. Aufgrund dieser Entwicklungen, die von einem Großteil der Babelsberger Fanszene abgelehnt werden, wurde die Gruppe SE vor einem Jahr aus der Nordkurve gedrängt. Zu diesem Schritt sahen sich viele aktive Fans genötigt, da unzählige Gespräche und Gesprächsangebote nichts brachten und eine kritische Selbstreflexion bei SE quasi nicht existent war. Auch nach dem endgültigen Bruch kam es zu Vorfällen, doch insgesamt hat sich die Situation insofern entspannt, als das es fortan weniger direkte Konfrontationen und Berührungspunkte gab.
Während ein Teil der Fanszene, so auch das FI99, das Kapitel SE und aktive Fanszene für immer beendet hatten, ist von der Gruppe UB der Kontakt gehalten worden – was selbstverständlich ihr gutes Recht ist.
Bei der Diskussion um den Umzug in den K-Block wurde schnell deutlich, dass sich SE dort postieren möchte.
Ein im Wesentlichen von UB ausgearbeiteter Kurven-Konsens, der Verhaltensweisen wie Rassismus, Sexismus, Homophobie etc. eine klare Absage erteilt, wolle SE zukünftig mittragen. Zudem habe sich SE von einigen Leuten getrennt, die ihrer Meinung nach für einen Großteil der Problemfelder bei SE verantwortlich wären.
Um eins klar zu stellen: Natürlich sind wir der Meinung, dass sich Menschen ändern können, denn dass haben wir hier in Babelsberg oft erlebt.
Dennoch sind wir uns als FI99 einig, dass wir die Zusage von SE diesmal nicht einfach glauben, denn dafür gab es in Vergangenheit viel zu viele Zusagen die gebrochen wurden und dafür sind die letzten Attacken und Quertreibereinen gegen das FI99, einzelne Mitglieder und andere Fans noch viel zu präsent.
In unseren Augen ist unter den derzeitigen Vorzeichen ein gemeinsamer Block, der sich durch gegenseitiges Vertrauen und Achtung, Solidarität und Wohlfühl-Atmosphäre auszeichnen sollte, eine Illusion.
Dem FI99 ist es sehr schwer gefallen, einen Gruppenkonsens zu finden. Wir haben für uns beschlossen, dass wir das schwierige Projekt Umzug in den K-Block trotz ungünstiger Ausgangslage angehen wollen – allerdings unter ganz klaren Vorraussetzungen.
Der Minimalkonsens in unserer Gruppe war, dass sich der aktive Stimmungsmob in den Mittelteil des neuen Blockes stellt. SE könnte sich in den benachbarten Sektor postieren und hätte die Gelegenheit, den verkündeten Wandel erstmal unter Beweis zu stellen.
Denn für uns ist es nicht akzeptabel, sich aus heiterem Himmel einen Block mit Leuten zu teilen, die der Babelsberger Ultra-Szene rückblickend mehr geschadet haben als Bullen oder gegnerische Fangruppen zusammen.
Beim leidenschaftlichen Torjubel können wir nicht plötzlich den Leuten in den Armen liegen, die uns vor kurzem noch den Tod und Untergang wünschten.
Während es von UB zumindest den Versuch gab einen vermittelnden Vorschlag zu unterbreiten, indem sich SE in den oberen Teil des Mittelblockes stellen könnte, gab es von SE nur eine kurze und knappe Aussage: „Wir gehen in den Mittelblock.“ Auch auf die Nachfrage hin, ob von SE noch ein paar Worte mehr zu dem Thema kommen würden, gab es keine Reaktion, außer das man sich nicht vorschreiben lassen wolle, wo man steht.
Für das FI99 gab es in der Frage keine noch weitergehende Kompromissbereitschaft, denn sonst wäre die Gruppe an diesem Tag auseinander gefallen. Ein Stimmungsblock mit dem SE hätte bedeutet, dass sich einige Leute aus unserer Gruppe zurückziehen würden. Doch in den vergangenen Jahren haben sich schon viel zu viele Leute zurückgezogen, weil sie keinen Bock mehr auf diese „Fankultur“ hatten und ihnen die Kraft fehlte, sich weiter damit auseinander setzen zu müssen. Wir haben als Gruppe entschieden, dass wir diesmal niemanden alleine lassen werden.
Mit unserer Entscheidung sind wir im Übrigen nicht alleine und wir wollen uns bei den Gruppen und Menschen bedanken, die uns den Rücken stärken und uns trotz allem positiv nach vorne schauen lassen.
Leid tut es uns um die vielen „unparteiischen“ Leute, die dieser Problematik hilflos gegenüber stehen, da sie von den hier beschriebenen Konflikten nicht betroffen waren/sind.
Für uns ist das Thema K-Block eine bittere Enttäuschung, doch irgendwie sinnbildlich für den Zustand der Fan- und Ultra-Szene.
Gleichwohl ziehen wir daraus Kraft für die Zukunft und werden die Gelegenheit nutzen, auch einen Neuanfang starten – allerdings in der Nordkurve.
Filmstadt Inferno 99 – Ultras Babelsberg / Oktober 2010














